Erst vor drei Jahren sind
die beiden Geigenmachermeisterinnen von
Ostdeutschland nach Österreich gezogen.
Schon bald haben sie Ö1 für sich entdeckt.
Dass man sich in in Ö1 Zeit nimmt, etwas
auch etwas länger zu erklären, schätzen sie
besonders.
Wir kommen aus dem Norden
Ostdeutschlands, wir sind "Ostkinder". Vor
drei Jahren sind wir nach Österreich
gezogen. Warum? Weil Wien die Hauptstadt der
Musik ist! Wir waren schon seit vielen
Jahren Aussteller bei den "Resonanzen" und
haben nach einigen Jahren unsere Werkstatt
ganz hierher verlegt. Ö1 ist hier der
einzige vernünftige Kultursender, ein
Sender, der interessante Berichte bringt,
und man bekommt, auch wenn man nicht in
jedes Konzert geht, mit, was hier aktuell
passiert. Das ist für uns auch beruflich
wichtig.
Foto:
Lukas
Beck
Wobei wir nicht immer Ö1
hören. Manchmal ist es zu fordernd und wir
legen eine CD ein oder hören Radio Wien. Und
auch unsere Arbeit ist manchmal vom Kopf her
so anspruchsvoll, dass nicht noch Kraft fürs
Ö1 Hören übrig ist. Selbst bei Konzerten
hören wir anders hin, das plätschert nicht
nebenbei. Uns fehlt manchmal die leichtere
Seite, dann hören wir eben Popmusik. Es gibt
wichtige Zeiten, die ruhig sind, wir müssen
nicht immer nur bespielt werden - da sind
wir einander recht ähnlich.
Wir reden natürlich auch
über das, was wir hören. Manchmal kommt es
vor, dass eine sagt: "Mach doch jetzt
einfach mal die Kiste aus ..." Es kommt auch
darauf an, wie beansprucht man auch in dem
Moment ist. Wenn an einem Tag oft das
Telefon klingelt, dann stört manchmal auch
das Radio. Vielleicht ist das auch
frauentypisch, dass wir nicht viele Sachen
nebeneinander machen können.
Am Anfang haben wir hier
noch deutsche Kulturradios gehört, aber das
funktioniert nicht mehr - beim Fernsehen ist
es anders. Wobei: Es ist auch wichtig, dass
man sich integriert.
Ich finde die ruhigere,
legere Art hier, dass man sich - auch in Ö1
- Zeit nimmt, etwas auch etwas länger zu
erklären, angenehm, das mag ich. Die
Mentalität hier ist anders als in
Deutschland, und daran sind wir hier auch
ein bisschen gesundet. Hier ist es -
vergleichsweise - wie in einem lauen
Sommerwind.