Nachgehakt ...bei Claudia Rook und Kerstin Hoffmann
(von lo)
Im
September 1999 gründeten die beiden
Geigenbaumeisterinnen ihre eigene Werkstatt in
Magdeburg. Wie das Norddeutsche Handwerk berichtete,
erhielten sie im vergangenen Jahr den
Existenzgründerinnen-Preis vom „Wirtschaftsspiegel
Sachsen-Anhalt“.
„Wer
glaubt, als Geigenbauer baut man die meiste Zeit des
Tages Geigen, der irrt sich“, sagt Claudia Rook.
Mindestens ein Drittel ihres Arbeitsalltags benötige sie
für die Erledigung von Organisatorischem: „Anfangs war
ich schon überrascht, wie viel Zeit diese Dinge in
Anspruch nehmen“, berichtet die Geigenbaumeisterin.
Zusätzlich zu ihrer handwerklichen Tätigkeit hat sie im
Betrieb die Rolle der „Schreibtischtäterin“ übernommen.
Zum Glück habe sie an den organisatorischen Aufgaben
ebenfalls Spaß. „Und mit der Buchhaltung komme ich auch
ganz gut zurecht“, sagt Rook.
Noch
immer sind Hoffmann & Rook in Sachsen-Anhalts Hauptstadt
die einzige Werkstatt für Geigenbau. Doch das allein
erklärt noch nicht, weshalb sich die beiden Frauen
derart erfolgreich am Markt behaupten, dass sie jetzt
sogar über eine Erweiterung ihres Betriebes nachdenken.
„Zum einen spricht für uns sicherlich die Qualität
unserer Ware“, vermutet Kerstin Hoffmann. „Zum anderen
nehmen wir jeden Kunden ernst – egal ob er für 15 Euro
eine neue Geigensaite kauft oder aber ein Instrument für
viele tausend Euro. Und das spüren die Leute“.
Den
größten Teil ihres Umsatzes erzielen Hoffmann & Rook mit
der Reparatur von Instrumenten. Der Bau von
Streichinstrumenten macht rund ein Drittel ihres
Umsatzes aus. Ein weiteres Standbein der Werkstatt ist
der Nachbau von historischen Instrumenten – von
Musikinstrumenten also, die in einem heutigen
Streichorchester keine Verwendung mehr finden, bei
Freunden Alter Musik aber sehr gefragt sind. Ab und an
präsentieren sie diese Instrumente auch bei
Musikfestivals. „Dort trifft sich ein interessiertes
Fachpublikum, so dass wir dort immer einige Kunden
gewinnen“, erklärt Rook.
Norddeutsches Handwerk 26.09.2002 |