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Gemeinsam durch dick und dünn(von Klaus-Peter Voigt) Nach dem Erwerb des Meisterbreifes wollten die Geigenbauerinnen Kerstin Hoffmann und Claudia Rook nichts anbrennen lassen. Beide machten sich im Herbst vergangenen Jahres mit ihrer eigenen Werkstatt in Magdeburg selbständig. Der Anfangserfolg gibt dem Vorhaben der jungen Damen recht. Bislang mangelt es jedenfalls kaum an Kundschaft. Ob Freizeitmusiker, Schüler von Musikschulen oder Künstler des Magdeburger Theaters der Landeshauptstadt – sie alle wissen es zu schätzen, dass es für sie mit ihren Instrumenten nunmehr weit kürzere Wege zum Fachmann gibt als bislang. Meisterwerkstätten sind rar in Sachsen-Anhalt. Es gibt nur rund ein halbes Dutzend zwischen Arendsee und Zeitz. Vorausgegangen war der Selbständigkeit eine umfassende Geigenbaulehre im vogtländischen Markneukirchen, dem Musikwinkel Ostdeutschlands. Claudia Rook war das allerdings noch nicht genug. „Ich habe danach auch noch an der Hochschule für Musik ,Hanns Eisler’ in Berlin studiert“, berichtet sie. Dort erwarb sie das Diplom im Fach Violoncello. Sie beherrscht damit ihr Instrument vermutlich umfassender als viele ihrer Berufskollegen. Die jungen Frauen, die sich schon während ihrer Lehrzeit kennen gelernt hatten, trafen dann Mitte der 90-er Jahre wieder aufeinander. Nun drückten sie im Duett die Schulbank an der Westsächsichen Hochschule Zwickau, um in der Fachrichtung Geigenbau den Meisterbrief und das Diplom zu erwerben. Die Chancen die sich mit der gründlichen Ausbildung verbanden, wurden ausgiebig genutzt. Zum einen bot sich die Möglichkeit, alte Geigen aus dem Leipziger Musikinstrumentenmuseum nachzubauen. „Das brachte wichtige Einblicke in die Erfahrungen und Arbeitsergebnisse ganzer Handwerkergenerationen.“ Zum anderen lockte die weite Welt. Kerstin Hoffmann absolvierte ein Praktikum in den Niederlanden, wo sie sich beim Geigenbaumeister Willem Bouman in Den Haag Kenntnisse in der Restaurierung und beim Nachbau historischer Instrumente aneignete. Zuvor hatte sie beim Bogenmachermeister Thomas M. Gerbeth gelernt, wie das unverzichtbere Utensil der Musiker gebaut wird. In dem unscheinbaren und regelrecht „sensiblen“ Bogen steckt mehr Arbeit, als der Laie vermuten mag. „Fast eine Woche dauert es, bis das Holz in Form gebracht wird und Hunderte von Rosshaaren die Saiten zum Klingen bringen können“, erzählt sie. Zudem kann die Werkstatt der beiden Meisterinnen ihren Kunden auch diesen Service anbieten. Wie bei der Geige suchen Musiker vermutlich auch beim Bogen ihr Leben lang nach dem richtigen Instrument und finden es selten. Claudia Rook kam zu einem ersten Praktikum auch zu Willem Bouman. Später folgte eine Zeit bei Williams Gengakki Violins im nordamerikanischen Atlanta. Beide Frauen sind sich im übrigen auch heute noch einig: Die zusätzlichen Erfahrungen sind ein nicht mit Gold aufzuwiegendes Betriebskapital. Norddeutsches Handwerk 06.04.2000 |
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